Salve regina

Gregorianische Marienantiphon

 

 

Salve regina mater misericordiae

Evita dulcedo et spes nostra salve

Ad te clamamus exules filii Hevae

Ad te suspiramus gementes

Et flentes

In hac lacrimarum valle

 

 

Eia ergo advocata nostra

illos tuos

misericordes oculos ad nos converte

Et Jesum benedictum frustum ventris tui nobis post hoc exilium ostende

O clemens o pia o dulcis virgo Maria

Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit,

Leben, Süße und unsere Hoffnung, sei gegrüßt.

Zu dir rufen wir, die verbannten Kinder der Eva.

Zu dir seufzen wir, trauernd und weinen

in diesemTal der Tränen.

 

Wohlan, wende also, unsere Fürsprecherin,

deine erbarmungsvollen Augen

zu uns.

Und zweige uns nach dieser irdischen Verbannung die gebenedeite Frucht deines Leibes, Jesus.

O milde, fromme, o süße Jungfrau Maria

 

 

 

 

 

 

"Salve regina" war eine der vier im 13. Jahrhundert aufgekommenen Marienantiphonen, die - entsprechend dem Kirchenjahr wechselnd - am Ende der Komplet (dem letzten der täglichen Stundengebete) gesungen wurden.  Zahlreiche Paraphrasierungen und Übersetzungen in die volkssprache bezeugen die außerordentliche Beliebtheit der Antiphon im Spätmittelalter.  (ensemble für frühe musik augsburg)